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Gesundheitssystem Psychoaktive Substanzen Psychopharmakologie Rezensionen

Rezension zu Bita Moghaddam „Ketamine“

Wissenschaftlich fundiertes Basiswissen zur medizinischen Anwendung von Ketamin als Anitdepressivum

Bita Moghaddam hat sich als Neurowissenschaftlerin, Professorin und Wissenschaftsautorin in den USA seit über 30 Jahren mit psychoaktiven Substanzen wie Ketamin beschäftigt. Im vorliegenden Taschenbüchlein vermittelt sie über 152 Seiten plus Glossar, Quellenangaben, Leseempfehlungen und Stichwortverzeichnis anschaulich fundiertes Basiswissen zur medizinischen Anwendung von Ketamin als Antidepressivum.

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Psychoaktive Substanzen Rezensionen

Über das wichtige und aktuelle Werk von Martin Krieger zur Geschichte des Tees

Rezension von az (Achim Zubke)

Zahlreiche mitunter schön illustrierte und anekdotenreiche Bücher wurden im Laufe der Zeit über das Genussmittel Tee und seine Geschichte geschrieben. Manche oft englischsprachige Werke widmen sich detailliert Teilthemen oder sind umfangreich und kostspielig. Wissenschaftlich hat sich auch in letzter Zeit noch und hierzulande Einiges getan.

Der Kieler Historiker Martin Krieger hat u.a. zu den Themen Kaffee und Tee geforscht und bereits 2009 eine Kulturgeschichte des Tees veröffentlicht. Jetzt (2021) ist von ihm ein aktuelles Werk zur Geschichte des Tees erschienen, das sowohl neue internationale Erkenntnisse, als auch Forschungen im deutschsprachigen Raum berücksichtigt.

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Psychoaktive Substanzen Rezensionen

Rezension zu: Ayahuasca und Tabak

von Jeremy Narby und Rafael Chanchari Pizuri

Wertvolle Lektüre zu aktuellen Fragen des traditionellen und modernen Gebrauchs von Ayahuasca und Tabak

Bis in die 1990er Jahre fristete das als Ayahuasca bekannte im nordwestlichen Amazonasraum als Heil- und Zaubermittel genutzte psychoaktive Gebräu, aus einer Harmala-Alkaloide enthaltenden Liane und dem Zusatz anderer Pflanzen zusammen gekocht, ein eher obskures Dasein. Psychedeliker auf der Suche nach dem ultimativen Trip folgten den Spuren des Kultautors William S. Burroughs in den Regenwald. Traveller und Backpacker nahmen es in Kolumbien, Ecuador und Peru im Rahmen von Urwaldtouren quasi als Mutprobe. Übelkeit, Schwindel, Erbrechen und eventuell Durchfall gehören zum Wirkungsspektrum. Die psychischen Wirkungen sind nicht vorhersagbar. Im Rausch ist der Berauschte relativ hilflos seiner Umgebung ausgeliefert. Erst durch zwei brasilianische Ayahuasca-Kirchen, einen organisierten Ayahuasca-Tourismus und neoschamanische Gruppen breitete sich der Gebrauch international aus. Heute ist das Internet voll mit Berichten, und es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema.

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Cannabis Rezensionen

Kraut zum Wundern

Über einen Prachtband zum „Haschisch Marihuana und Hanf Museum“

Der Niederländer Ben Dronkers eröffnete 1983 in Rotterdam den Coffeeshop „Sensi Smile“ und gründete nach Jahren der Cannabiszucht 1985 die „Sensi Seed Bank“, einen der größten und erfolgreichsten Samenhändler für psychoaktiven Hanf. 1994 folgte die Gründung von HempFlax um auch beim aufkommenden Interesse an Faserhanf als nachwachsendem Rohstoff mit zu mischen. Er gilt unter Hanffans als Kulturheld, ist aber vor Allem ein erfolgreicher Geschäftsmann und Marketingprofi. Für seine Sammelleidenschaft und zur Verbreitung seiner Sicht auf Hanf und Hanfgeschichte, gründete er 1987 das „Hashish Marihuana and Hemp Museum“ in Amsterdam, später mit einer Dependance in Barcelona.

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Rezensionen

Rezension zu „Psychotropen. Eine LSD-Biographie“

Eine weiterführende Dekonstruktion von Albert Hofmanns LSD-Biographie.

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Rezensionen

Rezension zu „Cannabis Global Histories“. Wichtige Berichte zur Cannabis-Geschichte

Das vorliegende Buch vereint auf Basis einer Konferenz in Glasgow im Jahr 2018 mit gleichnamigem Titel bedeutende Beiträge führender Cannabis-Historiker zur hochinteressanten vor Allem sozialen und drogenpolitischen Geschichte des psychoaktiven Hanfs.

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Mixed Rezensionen

Kurzrezension zu Andreas Reckwitz: Das Ende der Illusionen – Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne

Mit den Essays zum Zustand der Gesellschaft ist es ja so eine Sache: Was soll das sein, „Gesellschaft„, die Subsumierung millionenfacher Individuen unter einen Begriff? Diese Unterscheidung, die einen Unterschied macht, lässt so viel außen vor, jedenfalls dann, wenn man anfängt, dieser Gesellschaft eindeutige Merkmale zuzuordnen. Gemeinschaften, so ist sich die Soziologie weithin einig, wird es nicht mehr geben, zu unterschiedlich die Ansprüche der Menschen. Aber „Gesellschaften“ existieren als beliebte Kategorie und Andreas Reckwitz nutzt den Begriff, um den vehementen Strukturwandel zu beschreiben, den die technisch formierte Welt zur Zeit durchläuft.

In Das Ende der Illusionen – Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne schlägt der Professor den großen Bogen: Die alte industrielle Moderne mit ihren Fabriken und Produkten ist, so nicht nur Reckwitz, von einer Spätmoderne abgelöst worden, die von neuen Polarisierungen und Paradoxien geprägt ist – Fortschritt und Unbehagen liegen dicht beieinander. Digitalisierung, Überarbeitung auf der einen, prekäre Verhältnisse auf der anderen Seite, eine Parallelität von sozialen Aufstiegsprozessen der Globalisierungsgewinner, die Reisen, Yoga machen und die asiatische Küche lieben und sozialen Abstiegsprozessen derjenigen, die die Globalisierung oftmals eher kritisch sehen. So sei, so Reckwitz, eine Dreiklassengesellschaft entstanden, in der sich eine liberale, kosmopolitische neue Mittelschicht, eine verunsicherte traditionelle Mittelschicht und ein neues Dienstleistungsproletariat im kulturellen Gegensatz gegenüberstehen.

In einer Reihe von Essays arbeitet Reckwitz die zentralen Strukturmerkmale der Gegenwart heraus: die neue Klassengesellschaft, die Eigenschaften einer postindustriellen Ökonomie, den Konflikt um Kultur und Identität, die aus dem Imperativ der Selbstverwirklichung resultierende Erschöpfung und die Krise des Liberalismus.

Schwierig wird es bekanntlich immer dann, wenn aus der Analyse Schlüsse gezogen werden müssen. Der Soziologe traut sich: Man könne argumentieren, so Reckitz, dass eines der größten Defizite des in jeder Hinsicht grenzüberschreitenden Liberalismus darin besteht, „eine Kultur der Reziprozitat zu schwächen and stattdessen einseitig eine Kultur der subjektiven Interessen und subjektiven Rechte zu forcieren.“ Die Auswirkungen der beiden Flügel des liberalen seien Paradigmas: „Die Neoliberalen arbeiteten mit dem Modell eines nutzenmaximierenden Akteurs, der sich auf Märkten bewegt und dort seine Interessen vertritt; die Linksliberalen mit dem Modell eines Akteurs, der seine subjektiven Rechte gegenüber Anderen einfordert.“ Auf der einen Seite wird der Mensch so zum selbstbezogenen Konsumenten, auf der anderen zum Demonstranten in eigener Sache.

Aber wo, fragt Reckeitz, bleibt dabei der Bürger als politische Einheit mit seiner Verantwortung für die Gesellschaft als ganze? Das Soziale der sozialen Gegenseitigkeit, der Rechte und Pflichten, der Abwägung eigener und anderer Interessen, scheint in diesem Modell keinen Platz mehr zu haben. Es sei nicht verwunderlich, dass die Renaissance einer Kultur der Reziprozität, in der sich Individuen für andere und für die Gesellschaft verpflichten, in jüngster Zeit verstärkt angemahnt wird. Eine solche Politik hat etwas Unpopuläres, da die Menschen sich an eine Artikulation von Rechten und Interessen gewöhnt haben. Im populistischen Modus würden Verpflichtungen fast ausschließlich von „den Anderen“ eingefordert werden.

Reckwitz stellte folgende Fragen zur Diskussion: „Hat jemand, der staatliche Bildung in Anspruch nimmt, nicht auch eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft, seine Begabungen und Fähigkeiten zum Wohle aller zu realisieren (und nicht nur zum eigenen monetären Nutzen)? Haben Familien, die vielseitige staatliche Unterstütaung erfahren, nicht auch die Verpflichtung, die Kinder au verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft au erziehen (und nicht nur zu rationalen Egoisten)? Haben Personen, die auch garantiert durch eine rechtliche und zivile Ordnung durch Kapitaleinkünfte hohes Vermögen akkumuliert haben, nicht auch eine Pflicht, Teile davon an die Gesellschaft zurückzuerstatten?“

Man merkt, einen Systemwechsel spricht Reckwitz hier nicht das Wort, er möchte das kapitalistische bzw. marktwirtschaftliche System zähmen. Vielleicht ist dies Teil einer Variante, den Karren ohne gewaltsamen Umbruch aus dem Dreck zu ziehen.

 

 

 

 

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Rezensionen

Rezension Korf: Cannabis in Europe

HanfBlatt Nr. 118

Cannabis in Europa

Die vorliegende vom niederländischen Kriminologie-Professor Dirk Korf zusammengestellte Sammlung wissenschaftlicher Studien zum Thema Cannabis ist der erste Band einer geplanten Reihe der „European Society for Social Drug Research“. Diese wurde 1990 gegründet und trifft sich jährlich zu Kongressen. Im Oktober 2007 beschäftigte man sich in Warschau mit Cannabis-Fragen. „Cannabis in Europe“ versammelt interessante Arbeiten der Teilnehmer.
Korf und Vuillaume bieten einen Einstieg in die Geschichte und Schwerpunkte der Cannabis-Forschung. Demnach sind immer noch sehr viele Fragen offen.

Eine Autorengruppe berichtet vom Umgang mit Cannabiskonsumenten in dänischen Gefängnissen. In Dänemark hat man in den letzten Jahren eine Kehrtwende weg von einer eher liberalen Drogenpolitik zu einer repressiven Gangart gemacht. In den Gefängnissen versucht man im Rahmen einer „Null Toleranz“-Politik die Insassen durch Drogentests zu kontrollieren. Cannabiskonsumenten haben wie Drogenabhängige Anspruch auf eine therapeutische Behandlung. Sie selbst zeigen sich meist wenig einsichtig bezüglich ihres Konsumverhaltens. Bei chronischen Langzeitkonsumenten, die bereits jung angefangen haben täglich zu konsumieren, meint man Reifungsverzögerungen, Schwarz-Weiss-Denken und paranoide Züge erkennen zu können. Allerdings scheint es den reinen Kiffer kaum zu geben. Fast alle regelmäßigen Cannabis-Konsumenten konsumieren demnach auch andere Drogen, mit denen sie meist mehr Schwierigkeiten haben. Man bietet im Knast Verhaltenstherapie an und setzt auf Psychopharmaka zur Linderung der vermeintlichen Symptome eines Cannabisentzugs.

Auch in den Niederlanden hat man sich für eine härtere Gangart in Sachen Hanf entschieden, was Marije Wouters dokumentiert. In den Jahren 2005 und 2006 wurden jeweils 6000 Cannabis-Zuchtanlagen ausgehoben und 2,7 bzw. 2,8 Millionen Hanfplanzen vernichtet. Der Kilopreis von Gras mittlerer Qualität stieg von etwa 2800 Euro auf 3500 Euro. Der Abbau von Pflanzanlagen, für den sich die Polizei zu Schade ist, ist für einige Privatunternehmen zu einem lukrativen Geschäft geworden. Auch die Elektrizitätsunternehmen arbeiten an der Lokalisierung von Zuchtanlagen mit, weil in vielen Fällen illegal Strom abgezweigt wird. Den Überführten flattern dann zusätzlich zu den durch Beschlagnahmungen, Geldstrafen und Steuerforderungen entstehenden Kosten auch noch hohe Stromnachforderungen ins Haus bzw. in den Knast. Eine kostenlose anonyme Denunzianten-Hotline wurde von staatlicher Seite aus eingerichtet. Hier haben Nachbarn Gelegenheit ihre Streitigkeiten auszutragen. Konkurrenten auf dem Cannabis-Markt erhalten die Möglichkeit ihre Gegner ganz legal auszuschalten. Immerhin wurden 2006 infolge der eingegangen Tips 753 Menschen verhaftet und 210.000 Pflanzen beschlagnahmt. Die Hotline mit der massenhaften Denunziation von Prohibitionisten zu beschäftigen, auf die Idee scheint dort noch niemand gekommen zu sein.

Diese Politik spielt natürlich skrupellosen Geschäftemachern, wie den Vertreibern von am Menschen ungetesteten Chemikalien als Cannabisersatz, und insbesondere dem organisierten Verbrechen in die Hände. Nur dieses verfügt über das entsprechende Kapital und die Logistik auf den Verfolgungsdruck zu reagieren, indem es die von Strohmänern betriebenen aufgeflogenen Anlagen abschreibt oder die Produktion ins benachbarte Ausland verlagert.

Über den Cannabisanbau-Boom in Belgien berichtet Decorte. Dort produzieren Selbstversorger ihr eigenes Gras, weil sie nur so sicher sein können, welche Qualität das von ihnen und ihrem Umfeld konsumierte Produkt hat. Auf der anderen Seite stehen die Zulieferer für den holländischen Coffeeshop-Markt. So manch eine Blüte wird auf diesem Umweg wieder zurück nach Belgien transportiert.

Auch in Großbritannien, wo man in Sachen Cannabis ebenfalls vor Kurzem eine Kehrtwende in Richtung Repression gemacht hat, boomt der Anbau unter Lampen, worüber Potter schreibt („Garry“ wohlgemerkt). Das heimische Produkt beginnt die klassische Importware sukzessive zu ersetzen. Gemessen an der Zahl der beschlagnahmten Pflanzen (für 2005 etwa 208.000) hinkt der Anbau noch weit hinter den holländischen Unternehmungen hinterher.

Werse hat in Frankfurt am Main Untersuchungen zum Cannabismarkt angestellt. Demnach läuft die Versorgung größtenteils im privaten Bereich über Freunde oder vornehmlich ihren eigenen Konsum finanzierende Wohnungsdealer. Über den mit qualitativ minderwertigerer und teurer Ware sowie mit Abziehrisiken assoziierten Strassenhandel durch türkischstämmige oder nordafrikanische Dealer versorgen sich dagegen eher Ortsfremde oder Kunden ähnlicher Herkunft.

Stevenson hat sich den Cannabishandel in Nordirland aus Konsumentenperspektive angeschaut. Dort sind Dealer und Konsumenten neben dem Risiko strafrechtlicher Verfolgung auch noch der Willkür katholischer und protestantischer Paramilitärs ausgesetzt, die zwar selbst in alle möglichen Arten krimineller Aktivitäten involviert sind, sich aber in ihren Wohnvierteln gegenüber sozialen Abweichlern als Richter und Vollstrecker mittels Knieschüssen und Morddrohungen aufspielen.

Freya Vander Laenen und Eveline De Wree haben analysiert, warum die Drogenprävention in Sachen Cannabis bei gefährdeten Jugendlichen so uneffektiv ist. Besonders auf Angst vor der Sucht basierende Anti-Drogen-Botschaften gehen bei den Betroffenen nach hinten los. Drogenprävention ist bekanntlich bei Politikern beliebt, weil sie sich damit den Mantel scheinbarer Aktivität überwerfen können. Die bereitgestellten Pfründe locken wiederum akademische Theoretiker, die sich immer neue Konzepte von fragwürdigem Nutzen ausdenken können, sowie SozialarbeiterInnen, die von der frustrierenden Frontarbeit mit Suchtkranken unter den realen Bedingungen der Prohibition genug haben und sich lieber auf dem Abenteuerspielplatz der Drogenprävention tummeln.

Sarosi und Demetrovics erzählen von der Situation in Ungarn, einem traditionellen Anbauland für Faserhanf und Mohn, das in den 90er Jahren einen gewissen Rauschhanfboom erlebte, drogenpolitisch aber zur Jahrtausendwende unter die Hardliner geriet. Man versuchte sogar Konsumenten, die sich blauäugig gegenüber den Behörden zu ihrem Konsum bekannt hatten, wegen eines hochgerechneten Lebensverbrauchs an Cannabis zu bestrafen. Es gibt zwar eine mutige aktive Opposition von Bürgerrechtlern (die HCLU), die mit einer Reihe von Aktionen (z.B. Urinprobe an den Premierminister) auf das drogenpolitische Elend aufmerksam machte, doch Großrazzien auf Tanzclubs mit zwangsweisen Drogentests in den vergangenen Jahren sprechen nach wie vor die Sprache der Repression. Die protestierenden Stimmen nicht nur von Bürgerrechtlern, sondern auch von mit den Folgen der Prohibition unmittelbar konfrontierten Gesundheitsarbeitern wären dort wie hier dringend gefragt.

az

Dirk J. Korf (ed.)
„Cannabis in Europe:
Dynamics in Perception, Policy and Markets.“
Lengerich 2008
www.pabst-publishers.com
174 S., in Englisch
ISBN 978-3-89967-512-2

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Rezension zu Michael Geißler: Acid, Mao und I Ging. Erinnerungen eines Berliner Haschrebellen

Kurioses aus den Aufzeichnungen eines Haschrebellen

Wer in den 60ern dabei war und sich noch an irgendetwas erinnern kann, was tatsächlich passiert ist, der war angeblich nicht wirklich dabei und war wahrscheinlich nicht richtig high. Der 2003 verstorbene Berliner Haschrebell Michael Geißler war definitiv dabei. Seine jetzt posthum veröffentlichten an Münchhausen und Castaneda erinnernden irrwitzigen Kifferstories, Trips zu hirnspeisenden serienmordenden Gurus, steinalten Arsenikessern, mit von Meskalin erleuchteten Terroristen, durchgeknallten Makaken, auf Satanistenärsche niederfahrenden Kugelblitzen, Elfentänzen und dergleichen, geben einen immerhin amüsanten Einblick in die ausufernde Phantasiewelt und Denke eines schelmischen Extremisten einer bizarren Szene von mehr oder weniger sympathischen SpinnerInnen einer Zeit, in der Alles möglich schien – Klolektüre.

Michael Geißler: Acid, Mao und I Ging. Erinnerungen eines Berliner Haschrebellen
gonzo Verlag, Mainz 2008
Tb., 257 Seiten
ISBN 978-3-9812237-0-5
12.95 Euro

 

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Rezension AILO – Concepts

HanfBlatt Nr. 111 AILO – Concepts cover
Frage: Wie komponiert man Chill-Out-Music, in der sich der Hörer sphärisch aufgehoben fühlt ohne sich zu weit in den unendlichen Räumen des Kosmos zu verlieren? Antwort: Wie Ailo es tut. Das griechische Duo hat ein exzellentes downbeat-Album aus einem Guss vorgelegt. Ost und West in Symbiose, physisch starke Sounds, alles mit Liebe zum Detail abgemixt. Das erinnert an FSOL, spielt aber nicht ganz so sehr mit der Aura, wirkt kräftiger. Die akustischen Gitarren klingen konkret, die schnorchelnden Amöben robben über sie hinweg, im Hintergrund lockt der Klang des anatolische Cafés: Klangwelten. Dabei ist der Sound nie breiig, sondern immer crisp. Fazit: Zart-bitter Chill-Out mit perlenden Sequenzer-Schichten und naturnahen Sounds. Tiefenentspannung ohne Melancholie, wenig Pathos, aber auch wenig Kanten. Alles zieht gleich Rauchschlieren aus einer gut gestopften Pfeife vorüber. Töne zum wegdriften, danach fragt man sich, was man eigentlich die letzte Stunde gemacht hat.

AILO: Concepts
Label: Iono Music